myEnso auf dem Deutschen Handelskongress 2017 in Berlin

„Der Konsument und die Gesellschaft da draußen ist schon viel digitaler als wir denken“

Wenn es um die Zukunft des Handels geht, darf myEnso natürlich nicht fehlen. Wie rosig diese genau aussehen wird und wie steinig der Weg dorthin sein wird, diskutierte Thorsten Bausch von myEnso mit vier E-Commerce-Experten auf dem Deutschen Handelskongress 2017 in Berlin, darunter Marcus Diekmann vom Beter Bed (Matratzen Concord), Thomas Ott, ehemals Marc O’Polo, Dr. Hagen Sexauer von Clavigo Partner und Wolfgang Wanning von der Team Retail Excellence GmbH.

Grundsätzlich herrscht Einigkeit darüber, dass dem Handel eine Zeit des Wandels bevorsteht. Treiber dieses Wandels sind die zunehmende Digitalisierung der Konsumwelt und die Marktverschiebungen durch globale Plattformen, die mit aller Macht in den Markt vordringen und es den tradierten Playern und Nischenanbietern schwer machen.

Allerdings reagiert der Handel eher mit Angst, statt die Digitalisierung als Chance zu begreifen. Während man noch versucht, das bestehendes Geschäftsmodell ins Internet zu übertragen, fordert der Marketing-Chef von myEnso mehr Radikalität. „Es geht nicht um die Frage, ob nun stationär, Omnichannel oder Online gewonnen wird, sondern darum, den Kunden in den Mittelpunkt der Geschäftsstrategie zu stellen.“

Der Wandel des Handels mit Lebensmitteln.

„Der Konsument und die Gesellschaft da draußen ist schon viel digitaler als wir denken. Wer nur das bestehende Modell des stationären Handels ins Netz überträgt und dort eine ‚Regalverlängerung‘ anbietet, wird zwangsläufig scheitern“, ist sich Bausch sicher.

Der Online-Supermarkt ist heute deutlich schlechter als der stationäre. Kein Wunder, dass noch nicht viele Deutsche online Lebensmittel kaufen. Bei myEnso wird daher der Kunde gefragt, wie er sich den Online-Supermarkt wünscht. „Und das setzen wir mit aller Konsequenz um“, so Bausch.

Eine Chance, die die etablierten Player nicht haben. Denn eine 100-prozentige Kundenzentrierung in bestehenden Unternehmen umzusetzen, bedeutet, die gesamte Kultur zu ändern. Das braucht Zeit, wissen die Experten zu berichten. Für Thorsten Bausch ist für die Digitalisierung des Handels ein grundsätzlicher Mindshift nötig. Es gehe darum, die gesamte Haltung zu verändern und nicht nur Technologie einzuführen.

Der Gedanke an den Kunden muss für den Handel am Anfang allen Tuns stehen und nicht erst am Ende. Er fordert die Branche auf, nicht an Technologie zu denken, sondern an die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen in einer digitalen Welt. Technologie ist dann der Enabler, um diese Bedürfnisse umzusetzen.